Ich duschte Eva Herman
28. September 2007 von Saša StanišićAls ich heute von der Arbeit nach Hause kam, fand ich im Bad,
da ich mir die Hände waschen wollte, Eva Herman vor;
sie lag auf dem massiven Lärchenholz des Duschkabinenbodens zusammengekauert,
den schönen Rücken prominent gekrümmt.
“Um Gottes Willen, Eva, steh auf!”, rief ich und wollte ihr aufhelfen,
jeder Mann hätte den Reflex verspürt, doch sie wehrte sich,
so dass ich aufgab und sie mit Verletzungsabsicht schimpfen musste,
was mir später Leid tat.
“Bitte nicht auch du jetzt”, winselte Eva, aber ich hatte,
verdammt nochmal, einen harten Tag hinter mir
und zündete auf dieser kleinen Ablage über dem Waschbecken ein Räucherstäbchen an,
Duftrichtung Nag Champa;
wohltuend für Körper und Geist reinigte das Duftwerk die Atmosphäre im Bad
sowie Eva und mich von allem Negativen.
“So, und jetzt dusche ich dich, Eva”, rief ich strenger als ich es meinte.
Ich prüfte die Wassertemperatur auf meinem Handrücken,
Eva bekam die ersten kalten Spritzer ab und regte sich minimal.
“Steh auf, es ist so weit!”, befahl ich als das Wasser warm genug schien,
aber Eva rührte sich nicht, ihr kleiner, schlanker Körper jetzt schon nass.
Plötzlich musste ich an meine Spielschulden denken
und dass Toni mich brechen wird, sollte ich ihm seine Zwanzigtausend
bis Sonntag nicht zurückgeben; ich hatte die Zwanzigtausend nicht und ich wußte auch nicht,
woher ich in zwei Tagen Zwanzigtausend besorgen sollte.
“Also gut”, sagte ich, wie man das so sagt, wenn alles zu spät ist,
und richtete den Multifunktionsduschkopf auf die Frau unter mir;
ich duschte Eva, duschte ihr Becken, ihre Schultern, ihr blondes Haar duschte ich,
und auf dem Weg zum Abfluss vermischten sich ihre Tränen mit meinen,
und das Nag Champa roch vertraut nach unserer ersten gemeinsamen Fernreise.

Am 29. September 2007 um 12:45 Uhr
???
Ich hätte ja noch Fragen gehabt, wie es mit dem Aufzug-Projekt in Graz steht zum Beispiel, aber unter diesen Umständen…
Am 1. Oktober 2007 um 14:34 Uhr
Dass Du mich aber auch immer so zum Lachen bringen musst..
Du bist so
wundervoll
- selbstlos. So opferbereit! Einem Gandhi, Franziskus, was sag ich, Christus gleich. Dass Du Dich der - der Sünde verfallenen - Eva annimmst, um Sie all ihrer Schuld zu entblößen. Ganz
wunderbar
- vielleicht, da nun auch ihr Becken wieder rein,
–vielleicht wird sie einer unbefleckten Empfängnis befähigt und kann noch - oh wie
wundersam
- mehrere Sprösslinge aus ihrem Schoße stoßen..
oh, Dank sei Dir, famo(o)ses, fernreisendes Fabel-
Wunder.
Am 2. Oktober 2007 um 18:05 Uhr
Hui.
Am 4. Oktober 2007 um 17:03 Uhr
Kommentar zum Kommentar zum Kommentar:
….
„Hui
ein Sturmwind, frisch und munter
schüttelt alle Äpfel runter.
Tausend Äpfel -
klopf, klopf, klopf,
sausen auf Ulrikes Kopf“
(aus dem Kinderbuch von Hansgeorg Stengel & Karl Schrader, dessen ‚garlustigste’ Illustrationen auf den Seiten der „Geschichte vom fernsehverrückten Frank“ verweilen, …dass Sie sich des Amüsements wegen jetzt schon besorgen .. und spätestens, wenn Sie einmal Ihre Kinder an einem kakauwarmen Nachmittag nicht dazu bewegen können, die Gummistiefel auszuziehen, .. mit einem „na gut!“ ..und tiefer Freude wieder vor krammen…)
Am 8. Oktober 2007 um 23:35 Uhr
Selten so gelacht…
Am 10. Oktober 2007 um 18:11 Uhr
Kernige Zeiten
vielleicht war das Wasser zu weich?
- oder das Duftwerk zu hart??
Am 10. Oktober 2007 um 18:22 Uhr
Das Duschgel mit den Sandkörnern hart einreiben.
Am 11. Oktober 2007 um 10:00 Uhr
Dann multifunktional abbrausen
und
ab mit dem Mädel vor einen schön gesetzten Kachelofen,
eine frische heiße Rinderkraftbrühe-, nein, doch besser Ochsenschwanzsuppe in die Hand, ..dann in den übersäuerten Magen