Nr.36

26. September 2006 von Michael Kumpfmüller

Am vergangenen Sonntag war Herbstanfang. Man merkt es noch kaum, aber das Göttinger Tageblatt beschäftigt sich in einer Beilage schon einmal mit dem Ausklang des Gartenjahres. Restliche Ernte ist nun noch angesagt, aber auch schon Planung der notwendigen Pflegearbeiten, denn das Saisonende im Garten ist der Beginn des Anfangs. Nach den neuesten Zahlen des Industrieverbandes Garten (www.ivg.org) gibt es in Deutschland rund 20 Millionen Gartenbesitzer. Ihre Vorliebe gilt abwechslungsreicher Gestaltung mit Rasen, vielen Zierpflanzen und ein wenig Gemüse zur Selbstversorgung. Durchschnittlich stehen 485 Quadratmeter zur Verfügung. Die typischen Gärten am Haus machen knapp 90 Prozent aus und sind beliebte Freizeiträume für die gesamte Familie, die sich immer altersgerecht neu gestalten lassen. Wenn beispielsweise in typischen Wohnsiedlungen die Kinder allgemein älter werden, kommt immer mehr Wasser als Gestaltungselement zum Tragen. Ein modern gestylter Sprudelstein ist die feine kleine Variante, eine Schwengelpumpe signalisiert, dass auch Brunnen wieder gefragt sind. Pflegeleicht sollen und müssen Hausgärten heute sein. Genug Arbeit bleibt dennoch. Im Herbst ist es das Laub, das in vielen Braunschattierungen schön wirkt, aber spätestens dann zur Last wird, wenn es in Kürze abfällt. Selbst im naturnahen Garten kann die Fracht nicht überall liegen bleiben. Vom Rasen sollte Laub vor dem Winterbeginn unbedingt entfernt werden. Unter einer Schneedecke würde es vor sich hinmodern und die Grasnarbe beschädigen. Mit dem letzten Rasenschnitt lässt sich diese Arbeit leicht erledigen. Die Mähmesser zerkleinern die Blätter. Es ist nicht mehr so voluminös und lässt sich gut kompostieren – oder in der grünen Tonne unterbringen. Laub von Wegen, der Terrasse und aus Ecken lässt sich relativ einfach mit Laubsaugern der neuen Generation entfernen. Man kann mit diesen Geräten das Laub zusammenblasen und dann entweder im Korb zum Komposthaufen bringen oder es aufsaugen, wobei die herbstliche Pracht zerkleinert wird. Ob jedes einzelne Blatt penibel genau aus dem Terrain entfernt werden muss, bleibt der Naturverbundenheit der Nutzer überlassen. Schließlich benötigen die unersetzlichen Kleinlebewesen auch ihren Lebensraum, und der Igel und andere tierischen Gartenbewohner sind auf einen Platz zum Überwintern angewiesen. Gepflanzt wird übrigens auch schon wieder. Schadhafte Rasenstellen sollten noch eine Kur erfahren. Wenn sich die Gartenarbeiten dem Ende nähern, ist es Zeit, Ordnung zu schaffen. Das Wegräumen der Gartengeräte ist eine vorzügliche Gelegenheit, längst geplante Umorganisationen im Gartenhaus oder Kellerraum vorzunehmen. Ein Geräte-Check sollte dabei ebenfalls selbstverständlich sein. Die Schärfe der Messer des Rasenmähers, der Rasenkanten-, Garten- und Heckenschere gehören auf den Prüfstand. Mehr in Einsatz kommen noch mal Häcksler oder Motorsäge. Schließlich ist Holz auch als Brennmaterial wieder dringend gefragt. - Werner Buss heißt der für diese und andere Beilagen zuständige Redakteur. Ruhige deutsche Prosa, nach der man sich richten kann.

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