Nr.48

29. November 2005 von Thomas Meinecke

RandbemerkungMinusgrade, der Schnee noch immer hartgefroren auf der Hecke zur Straße hin, auch auf dem Kaninchenstall: die Tiere kommen erst Minuten, nachdem wir ihre Tür geöffnet haben, ins Gehege heraus; kuscheln sich lieber drinnen noch zusammen. Weitgehend aggressionsfreie, zärtliche, sehr sympathische Spezies, vor zehn Jahren für unsere Tochter Juno angeschafft, nun eher in der Obhut von Michaela und mir. Logisch. Wenn wir verreisen, bringen wir sie nach Hofstätt, auf den paradiesischen Dislhof, wo wir sie auch herhaben. Verwandte unserer drei, vor einem Jahr noch vier Kaninchen sollen im Dorfmuseum Glentleiten, zwischen den von überall aus dem Oberland herangeschafften prächtigen Anwesen, herumhoppeln. Der Schnee auf der hölzernen Porch im gestrigen Sonnenschein restlos weggetaut. Grauer Winterhimmel; sah gestern nachmittag bereits nach weiteren Schneefällen aus. Erste Spuren der Skilangläufer im Schnee auf den geschwungenen Fluren, die sich vor unserem Haus, auf der anderen Seite der unser Dorf durchmessenden, schmalen Landstraße, bis zum Waldrand ausbreiten. Die Kühe befinden sich jetzt alle in ihren Happerger Stallungen. Stets im November: der erste große Schneefall. Schulbus und Post noch ohne Schneeketten; Schneeketten in der Regel erst im Januar, Februar. Der Schulbusfahrer kommt aber eher gar nicht in unseren Weiler, als daß er die Ketten aufziehen würde. Immer froh, wenn die Tochter heil wieder nach Hause kommt. Tiefgefrorener Schnee auch auf den Ästen des Zwetschgenbaums, des Pflaumenbaums, des Birnbaums. Gefährlich vereist der Moosweg auf der Nordseite des Hauses. Mein Blick aus dem Fenster reicht südwestlich bis zu den Allgäuer Alpen, westwärts bis zum Peißenberg. Davor, unsichtbar, weil tiefer gelegen, die Kleinstadt Weilheim, rund 20 Kilometer von hier entfernt, wo wir seit bald zehn Jahren unsere Schallplatten mit Mario Thaler im Uphon Studio aufnehmen; das Studio wurde allerdings schon vor Jahren einige Kilometer nach Norden, aus der Stadt, dem Gewerbegebiet hinaus, verlegt. Auf dem Peißenberg, heute gut zu erkennen: das Kloster, der Sendemast.

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