Nr.45
25. November 2005 von Thomas Meinecke2 Alben des Monats: 1. gestern in der Jazz-Abteilung des Münchner Kaufhauses Beck (die einst großzügig den famosen Manfred Scheffner mit seiner weltweit einzigartigen, in seiner Bedeutung für die Szene allenfalls, dann allerdings auf dem Sektor Techno, mit Hardwax in Berlin vergleichbaren, merkantil naturgemäß gefährdeten Jazz By Post-Unternehmung an Bord nahmen, und noch heute unter dem Motto Jazz is Beck bestens sortiert sind durch Manfreds alten, aber jüngeren Mitstreiter Harald Jensch und seine toll idiosynkratischen Mitarbeiter, wobei auch die räumlich direkt anschließenden CD-Abteilungen in Sachen Weltweite Musiken, wo wir die legendäre Amon-Düül-II-Sängerin Renate Knaup-Kroetenschwanz arbeiten sehen konnten, und Ernste Musik grandios bestückt sind; keine 20 Meter weiter kannst du dich mit gediegenster Couture eindecken) Manuel Göttschings aktuelles Album Die Mulde erstanden. (Covertext: Die Mulde ist ein Spiegel. Die Mulde sind vierunddreißig Spiegel.) Göttsching, dem in einem Tokioter Park ein Denkmal errichtet wurde, als einer der interessantesten Musiker des sogenannten Kraut Rock, zunächst mit seiner Band Ash Ra Tempel, später Ashra, dann alias Manuel Göttsching, ausgerechnet an der elektrischen Gitarre, die er ganz unphallisch traktierte, darin vielleicht den ungefähr zeitgleichen Entwürfen von Fripp & Eno vergleichbar, Pionierarbeit für elektronisch repetitive Musik, Techno, leistend. Im afrikanisch-amerikanischen Detroit wird er dafür heute ebenso geschätzt wie die Gruppe Kraftwerk. Harald hatte gleich eine Handvoll neuerer Veröffentlichungen des Künstlers auf dessen eigenem MG Art Label vorrätig. (Zum Beispiel wurde dieses Jahr in Berlins Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz Göttschings epochaler Prä-Techno Track E2 – E4 orchestral aufgeführt und auf CD veröffentlicht. Die allerdings, logisch, Carl Craigs super Appropriation nicht genügen kann.) Einer seiner Kollegen sei mit Manuel Göttsching befreundet, erklärte Harald. Auf ähnliche Weise konnte ich schon in den späten 1970er Jahren bei Manfred Scheffner (damals mit seinem umfassenden Mailorder-Vertrieb plus Verkaufsraum für Eingeweihte und Durchreisende hinter der Haushaltsgeräte-Abteilung eines suburbanen Münchner Elektrohändlers versteckt) die handbemalten Platten aus Sun Ras Kommune erwerben. Toll fand ich das kleine Schild an der Glasscheibe zum Versand: Bitte nicht mitpfeifen. (Plattenläden: meine Welt.)
2. das Madonna Album Confessions On A Dancefloor.
