Nr.32
11. Oktober 2005 von Thomas Meinecke(Göttinger Tageblatt, diverse Ausgaben der zurückliegenden Woche.)
Das Göttinger Zeitzeugenprojekt feiert sein zehnjähriges Bestehen mit der Fachtagung
Erinnern in Deutschland – 60 Jahre nach Auschwitz.
Erinnern in Deutschland – ein schwieriges Thema.
Anschließend diskutieren Experten über den Umgang von Jungautoren über die Nazizeit im
neuen deutschen Familienroman.
Baumdenkmal: Blutbuche von Waake ist tot. Am Dienstagnachmittag ist der 40 Meter hohe Baum zusammengebrochen.
Comfort zur Groner Straße: Wir planen nur.
Comfort plant nach eigenen Angaben, sechs Gebäude zwischen Nikolaistraße und Düsterer Straße neu zu gestalten und dabei bis zur Nikolaikirche in die Tiefe zu gehen.
Für die sechs Gebäude entlang der Groner habe man der Stadt eine Planung vorgestellt und hoffe, daß man bis November erfahre, ob man dafür die baurechtlichen Genehmigungen erhalten könne.
Comfort: Bis dahin müssen wir grundsätzlich wissen, ob die Politik so etwas wünscht. Sonst lassen wir das Projekt und ziehen in eine andere Stadt.
Man wolle die in Frage kommenden sechs Häuser für modernen Einzelhandel nutzen.
Comfort: Dafür benötigen wir aber gerade geschnittene Flächen. Die erreichen wir in einer solchen Lage nur, wenn wir völlig entkernen oder abreißen. Wir haben auch angeboten, einige Fassaden zu erhalten.
Unter Denkmalschutz steht in diesem Bereich lediglich ein Keller. Dort existiert seit vielen Jahren die Kneipe Nörgelbuff.
Mit einem leisen Geräusch ist der Baum am Dienstag zusammengebrochen, beschreibt Besitzer Adolf von Wangenheim den Niedergang des rotblättrigen Baumriesens.
Nach langen Diskussionen bleibt die Umbenennung des Saathoff-Platzes in der Göttinger Bevölkerung weiterhin umstritten. Am allerwenigsten ist jedoch zu verstehen, daß die Antragsteller dafür gerade den Namen von Ingeborg Nahnsen vorschlagen, von der sie wissen, daß sie Mitglied der NSDAP war. Es ist dem Bürger nicht zuzumuten, daß in dem Fall der beiden Persönlichkeiten, Saathoff und Nahnsen, mit zweierlei Maß gemessen werden soll. (Dr. Helga-Maria Kühn)
Mein Vater befindet sich seit 1999 im Saathoffplatz, und für uns wird auch dieser Platz weiterhin so heißen. Zum anderen hängt nicht nur die Umschreibung des Personalausweises an der Umbenennung des Saathoffplatzes, sondern sämtliche Rententräger, Banken, kommunale Träger etc. müssen benachrichtigt werden. (Babett Kosuch)
Pastor Saathoff hat nicht geholfen, den mit ihm befreundeten judenchristlichen Pastor Benfey zu vertreiben, vielmehr hat er ihm im Blick auf die stärker werdende Terrorpolitik Hitlers dringend geraten, seiner Familie wegen Göttingen zu verlassen. (Prof. Dr. Hans-Walter Krumwiede)
Mit der Kritik an unserer nationalsozialistischen Vergangenheit, sei sie begründet oder nicht, scheinen einige Abgeordnete ihr Image aufpolieren zu wollen, und der Bürger hat diese Laune zu schlucken. (Gabriele Anlauf, geb. Saathoff)
