Nr.26

19. September 2005 von Thomas Meinecke

Niedergeschlagen von einer televisuellen Talkrunde, in der sich bislang ernstgenommene Zeitgenossen, ohne zu erröten, stolz als Wähler reaktionärster politischer Parteien bekannten, wandte ich mich dem Stapel noch nicht gelesener Zeitungen der vergangenen Woche zu und stieß in der Süddeutschen Zeitung unter der Rubrik Wissen auf eine längere Meldung, nach der Wissenschaftler momentan weit draußen im Weltall, mit Hilfe des Satelliten Swift, den Urknall, das Entstehen der Welt beobachten könnten. Dreizehn Milliarden Lichtjahre läge der Urknall zurück, drei Minuten habe er angedauert; wahrscheinlich handele es sich um den Todesschrei eines gewaltigen Sterns bei seinem Kollaps zu einem Schwarzen Loch, folgern die Astronomen. Endlich beginnen wir, die Überreste einiger der ältesten Objekte im Universum zu sehen, freuen sie sich. Das Weltall sei eben erst siebenhundert Millionen Jahre alt gewesen; gerade hatten sich die ersten Galaxien gebildet, glauben sie. Aber wie konnten, fragen Kollegen, da die ersten Riesensterne bereits wieder explodieren? Und was mag heute, frage ich, also heute in dreizehn Milliarden Jahren, da draußen los sein? Und was hier?

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