Donnerstag, den 7. Februar 2008 von Saša Stanišić
Der mir bekannte Stammbaum meiner Familie ist ein Bäumchen. Der jüngste Ast ein Cousin in Zavidovići, er hat eine Freundin und kann gut Fußball spielen, der höchste meine Oma K. in Višegrad. Ein Olivenbaum. Wegen des Kurzen und Immerkrummen. Aber ein Olivenbaum würde den mir bekannten Stammbaum meiner Familie jederzeit in jeder Sportart weghauen.
Ich rufe Oma […]
Tags: Ben und Sasa, Einsamkeit, Gast, Olivenbaum richtig pflegen, Oma, Stammbaum, Stillsein, Was tun für Geschichten, welche Religion ist die beste, zu Gäste | Kategorie: Saša Stanišić | 1 Kommentar
Dienstag, den 5. Februar 2008 von Saša Stanišić
Ich habe noch nie eine Sandburg gebaut. Ich war noch nie begraben unter warmem Sand, mein Kopf draußen für Sonne, Lachen und Luft. Ich habe noch nie am Strand übernachtet oder Sex gehabt, habe niemals besoffen in die Brandung gekotzt. Ich war nie auf einer Strandparty, habe nie bis in den Morgengrauen durchgetanzt mit Leuten, […]
Tags: Ben und Sasa, Benjamin Lauterbach, Dinge die vergangen sind und eine so schöne Erinnerungsoberfläche hinterlassen wie die Innenwand einer Muschel, Gast, Gäste, Mädchen, Muschel, Sand, Sex am Strand, Strand, zu Gäste | Kategorie: Saša Stanišić | 1 Kommentar
Montag, den 4. Februar 2008 von Saša Stanišić
An der Decke fraß blaues Licht in einem Käfig alle paar Sekunden eine Mücke. Im Hintergrund schlich sich die Fähre aus Ischia in den Hafen, dabei teilte sie mit einem mächtigen Bug die Spiegelung des Sonnenuntergangs. Am Nebentisch lachte eine Frau mit rotgefärbten Haaren so laut auf, dass der Cameriere kam und fragte: Un po’ […]
Tags: Ben und Sasa, Gäste, Italien, Klavier, Lebenslinien, Linien, Schicksal, Sohn, Urlaub in Italien, Vater, zu Gäste, Zukunft | Kategorie: Saša Stanišić | Kommentar schreiben
Montag, den 4. Februar 2008 von Saša Stanišić
Als ich acht oder neun war, bin ich absichtlich in Leute gelaufen. In Wartende, in Spaziergänger, in Postboten, in Touristen. Ich rempelte sie an, damit sich unsere ‚Linien’ kreuzten. In meiner Vorstellung war jedes Menschenleben eine solche Linie, schlängelnd durch unendliches Weltschwarz. Ich bin eine Linie, du bist eine Linie. Das Jetzt ganz vorne, es ist das […]
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