Freitag, den 8. Februar 2008 von Saša Stanišić
Wenn ich heute noch Gedichte schreiben würde, beinhalteten sie vielleicht Sätze wie:
Der Wind hüllt sich in Plastiktüten
Zeitungen und Abdeckplanen
Über Häuserdächern kleidet er sich
wieder schamlos
in schwarz und rot und gold
er dreht Pirouetten in Hinterhöfen
er tanzt dort ganz ungestört
mit dem Feinstaub meiner Jugend
Deshalb schreibe ich keine Gedichte mehr. Lieber schreibe ich über Willy Cohn, den armen Herrn […]
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Montag, den 4. Februar 2008 von Saša Stanišić
An der Decke fraß blaues Licht in einem Käfig alle paar Sekunden eine Mücke. Im Hintergrund schlich sich die Fähre aus Ischia in den Hafen, dabei teilte sie mit einem mächtigen Bug die Spiegelung des Sonnenuntergangs. Am Nebentisch lachte eine Frau mit rotgefärbten Haaren so laut auf, dass der Cameriere kam und fragte: Un po’ […]
Tags: Ben und Sasa, Gäste, Italien, Klavier, Lebenslinien, Linien, Schicksal, Sohn, Urlaub in Italien, Vater, zu Gäste, Zukunft | Kategorie: Saša Stanišić | Kommentar schreiben
Montag, den 4. Februar 2008 von Saša Stanišić
Als ich acht oder neun war, bin ich absichtlich in Leute gelaufen. In Wartende, in Spaziergänger, in Postboten, in Touristen. Ich rempelte sie an, damit sich unsere ‚Linien’ kreuzten. In meiner Vorstellung war jedes Menschenleben eine solche Linie, schlängelnd durch unendliches Weltschwarz. Ich bin eine Linie, du bist eine Linie. Das Jetzt ganz vorne, es ist das […]
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