Presse

Pressemeldung vom 14.06.2007

Sasa Stanisic ist neuer Netzautor
Netznotizen jetzt als Weblog

Oldenburg. Die niedersächsischen Literaturbüros – darunter auch das literatur büro oldenburg – haben den Schriftsteller Sasa Stanisic für ein Jahr zum Netzautor berufen. Von Juni 2007 bis Mai 2008 veröffentlicht er die ‚Netznotizen eines Zeitgenossen’ – eine Mischung aus Tagebuch, Kolumne und Essay – im Internet. Nach Thomas Meinecke und Michael Kumpfmüller ist Stanisic der dritte Netzautor der sechs niedersächsischen Literaturbüros, die mit dem Projekt weiterhin das Internet als gemeinsamen, virtuellen Veranstaltungsort bespielen.

Als Netzautor ist Sasa Stanisic Zeitzeuge. Vom 18. Juni an können seine Leser im Internet unter www.netznotizen.de verfolgen, wie er auf das Zeitgeschehen reagiert, es kommentiert und Stellung bezieht. Die Unmittelbarkeit, mit der Veröffentlichungen in diesem Medium erfolgen können, entspricht der Aktualität der Texte des Netzautors. Er lässt sich beim Schreiben über die Schulter schauen und ermöglicht einen Blick auf Literatur, wie sie gerade gedacht und geschrieben wird. Das neue Format der Netznotizen, die fortan als sogenanntes Weblog (eine Art digitales Tagebuch) auftreten, ermöglicht den Lesern nicht nur den unmittelbaren Austausch mit dem Netzautor. Auf Wunsch werden sie zudem benachrichtigt, wann immer der Netzautor neue Texte oder Bilder einstellt.

Stanisic nimmt während seiner Netzautorenschaft auch lokale Ereignisse in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück, den Städten der Literaturbüros, sowie ihre Programme in den Blick und lässt seine Beobachtungen in die Netznotizen einfließen. Er besucht die Literaturbüros, wird als Netzautor vorgestellt und begegnet einem Teil seiner Leser, die dem Projekt zuvor virtuell folgten.

Sasa Stanisic wurde 1978 in Visegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und kam als Vierzehnjähriger nach Heidelberg. Seit 2004 studiert er am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Stanisic hat mehrere Stipendien und Preise erhalten, unter anderem den Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. “Wie der Soldat das Grammofon repariert” ist sein Romandebüt. Das Buch wurde in 17 Sprachen übersetzt und kommt in einer szenischen Fassung im Mai 2008 auf die Bühne des Grazer Schauspiels.

Das Projekt wird von der Stadt Oldenburg und aus Mitteln des Landes Niedersachsen unterstützt.

Pressemeldung vom 28.03.2006

Der Autor als Zeitzeuge im Internet
Literaturbüros berufen Michael Kumpfmüller zum Netzautor

Oldenburg. Die niedersächsischen Literaturbüros haben den Schriftsteller Michael Kumpfmüller zum Netzautor berufen. Von April bis November veröffentlicht er seine Texte unter http://www.netznotizen.de/ als „Netznotizen eines Zeitgenossen“ im Internet. Die Texte bewegen sich literarisch zwischen Tagebuch, Kolumne und Essay. Nach der Premiere mit Thomas Meinecke im letzten Jahr bespielen die sechs zentralen Einrichtungen der Literaturförderung und -vermittlung mit dem Projekt weiterhin das Internet als gemeinsamen, virtuellen Veranstaltungsort.

Als Netzautor ist Michael Kumpfmüller Zeitzeuge. Ab April können seine Leser im Internet verfolgen, wie er auf das Zeitgeschehen reagiert, es kommentiert und Stellung bezieht. Die Unmittelbarkeit, mit der Veröffentlichungen in diesem Medium erfolgen können, entspricht der Aktualität der Texte des Netzautors. Er lässt sich beim Schreiben über die Schulter schauen und ermöglicht einen Blick auf Literatur, wie sie gerade gedacht und geschrieben wird.

Kumpfmüller bezieht als Netzautor jeweils einen Monat lang die lokale Tagespresse aus Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück und lässt seine Lektüre in die Netznotizen einfließen. Dann nimmt er vor Ort in Augenschein, was ihm zuvor medial vermittelt wurde. Er besucht Stadt und Literaturbüro, wird als Netzautor vorgestellt und begegnet einem Teil seiner Leser, die dem Projekt zuvor virtuell gefolgt sind.

Michael Kumpfmüller wurde 1961 in München geboren. Er lebt als freier Autor in Berlin. 2000 erschien mit dem gefeierten Roman „Hampels Fluchten“ seine erste literarische Veröffentlichung. 2003 folgte sein ebenfalls hoch gelobter zweiter Roman „Durst“, den er auf der Grundlage einer realen Begebenheit verfasste.

Das Projekt wird von der Niedersächsischen Lottostiftung und aus Mitteln des Landes Niedersachsen unterstützt.

Pressemeldung vom 01.11.2005

«Netznotizen eines Zeitgenossen»
Positive Bilanz der Literaturbüros

Die Literaturbüros in Niedersachsen ziehen kurz vor Schluss eine positive Bilanz ihres Projekts «Netznotizen eines Zeitgenossen.» Seit April publiziert der 1955 in Hamburg geborene und in Bayern lebende Thomas Meinecke Texte über sechs niedersächsische Städte im Internet. Seine wichtigste Informationsquellen sind dabei die örtlichen Zeitungen, sagte die Leiterin des Literaturbüros Westniedersachsen, Jutta Sauer, am Montag in Osnabrück. «Es geht darum, dass jemand aus der Distanz das Leben hier in der Region beschreibt.»

Meinecke erhielt im März 2005 auf der Leipziger Buchmesse als erster Schriftsteller das mit 9000 Euro dotierte Stipendium der sechs niedersächsischen Literaturbüros. In einer Mischung aus Tagebuch, Kolumne, Essay und Kalendereinträgen beschreibt er seine Eindrücke aus den für ihn zunächst unbekannten Regionen. Im Zuge des Projekts besuchte der Autor anschließend die Literaturbüros in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg und Oldenburg für Lesungen. Am 22.
November gastiert er in Osnabrück.

In der Fachwelt habe das ungewöhnliche Projekt aus Niedersachsen große Begeisterung ausgelöst und damit auch der Literaturszene in Niedersachsen geholfen, sagte Sauer. Als Pop-Literat beschäftige sich Meinecke mit Alltagsthemen. Vor allem Nicht-Leser könnten dank des Projekts zu Lesern gemacht werden. «Damit ist das auch eine Form der Literaturförderung», sagte Sauer. Die Erfolg zeige, dass es das vom Land gestiftete Stipendium auch in Zukunft geben müsse.